Interim-Management – Ingo Schaffer im Interview:

Einen Externen als „Manager auf Zeit“ in ein Unternehmen zu holen, ist zunehmend auch in der IT-Industrie anerkannt.
Sie haben in den letzten 6 Jahren mehrfach als Interim Manager Unternehmen aus schwierigen Situationen zum Erfolg geführt.

Wann ist „ein Externer“ besser geeignet als das eigene Management?

Ingo Schaffer: Es gab verschiedene Situationen, in denen ich als Interim-Manager tätig war: Meist ist schnelle Reaktion gefragt.
Besonders häufig wird mein Einsatz im Zusammenhang mit Business Development Projekten gefordert.
Das Team und Ich haben dann das Unternehmen wieder auf Kurs gebracht und einem dauerhaften Management übergeben.
Das bisherige Management hat natürlich Schwierigkeiten, plötzlich den Kurs zu wechseln.
Oft ist es auch so, dass solche Business Development Maßnahmen besser von einem Externen gemanagt werden,
damit nach der implementierung der neuen Strukturen, Prozesse und Guidelines der Unternehmer ohne Vorbelastungen mit neuen Strategien das Unternehmen weiter führen kann.

Welche Voraussetzungen muss ein Interim-Manager mitbringen, um Change-Prozesse oder Business Development erfolgreich einzuleiten und umzusetzen?

Ingo Schaffer: Die Anforderungen sind hoch. Es bedarf jahrelanger Erfahrung im Management sowie in verschiedenen Management Positionen und Firmen.
Man muss Generalist mit hohem Durchsetzungsvermögen sein. Außerdem sind Empathie, emotionale Intelligenz und soziale Kompetenz gefragt,
um schnell mit den neuen Bedingungen zurechtzukommen und das Vertrauen der Menschen zu gewinnen.
Kostenmanagement ist ebenso wichtig wie neue Strukturen, Prozesse und Guidelines zu schaffen, um dauerhaften Erfolg zu erreichen.
Dazu ist auch fachliche Qualifikation nötig. Strategie und Marktkompetenz, Teamfähigkeit und besonders Durchsetzungsvermögen sind entscheidend. Gerade bei internationalen Company’s ist es wichtig hier ein besonderes Gespür und Einfühlungsvermögen zu haben. Ich halte Lebenserfahrung auch für wichtig.
Man muss selbst verschiedene Situationen miterlebt haben.

Wie gehen Sie bei einem Interim-Management Projekt konkret vor?

Ingo Schaffer: Dafür gibt es keinen Masterplan, denn jedes Unternehmen, seine Mitarbeiter und das wirtschaftliche Umfeld sind anders.
Meine Erfahrung schöpfe ich aus der langjährigen Tätigkeit im Management großer Unternehmen sowie Start Up Unternehmen der IT / Consumer Electronics / Foto – Branche, sowie aus zahlreichen erfolgreichen Interim-Management Projekten.

– Der Businessplan sollte mit dem Team festgelegt werden.
– Ein Minimalkonsens ist hilfreich, manches muss auch gegen Widerstände durchgesetzt werden.
– Bei jedem Projekt ist darauf zu achten, dass jeder weiß, welches Ziel verfolgt wird.
– Dazu ist es erforderlich, dass der Interim-Manager die Unternehmensprozesse kennt und ggfs. restrukturiert.
– Kurzfristige Maßnahmen dürfen den mittelfristigen Erfolg nicht gefährden.

Oft wird aber der Fehler gemacht, nur Zahlenakrobatik zu betreiben. Das macht das Unternehmen auf Dauer handlungsunfähig.Mit Auswertungen / Zahlen / Statistiken alleine führt man kein Unternehmen! Sie haben nur dienende Funktion.Business wird zwischen und unter Menschen gemacht!

Ist eine solche Aufgabe schwieriger als Konzepte zu entwickeln und wieder zu gehen, iwe z.B. eine Unternehmensberatung?

Ingo Schaffer: Auch ein Interim-Manager gehört – wie jeder Chef – an die Front zu seinen Mitarbeitern.
Ich mache diese Aufgabe gerne – ich suche die Herausforderung – nur dann kann ich auch sicher sein, erfolgreich zu sein !